Musiktheaterdramaturgie: Was wollen wir (be-)arbeiten?

25.Apr.2016
Am 21.und 22. Mai 2016 findet in der Oper Stuttgart das nächste Treffen der AG Musiktheater statt. Auch Nicht-Operndramaturg*innen sind ausdrücklich eingeladen!
Dramaturgen sehen sich im Alltag mit einer stetig steigenden Vielzahl von Aufgaben konfrontiert, nicht zuletzt durch das Anwachsen der medialen Produktions- und Vermittlungsmöglichkeiten. Proportional dazu schrumpfen die Zeitfenster für klassische Kernbereiche dramaturgischen Arbeitens, wie die Recherche und Stücklektüre, Fassungserstellung, wissenschaftliche Kommentierung, Probenbetreuung etc.
Da die meisten Dramaturgen an sie herangetragene Aufgaben gerne übernehmen, ergibt sich ein Grundsatzkonflikt: lässt sich alles innerhalb einer auf Dauer gesunden Arbeitszeit noch bewältigen? Hinzu tritt das Bedürfnis, auch als Theaterschaffende Beruf und Familie verbinden zu wollen.
Die Organisatorinnen sind der Überzeugung, dass der verbreiteten Überlastung von Dramaturgen nicht allein durch Selbstoptimierung beizukommen ist, sondern sie der grundlegenden Einsicht bedarf, wonach häufig nicht mehr alle derzeit in der Dramaturgie verorteten Aufgabenbereiche von einer Person bearbeitet werden können. Die daraus resultierende Frage "Was wollen wir (be-)arbeiten?“ soll daher als Chance begriffen werden, (wieder) zum eigenverantwortlichen Subjekt der eigenen Arbeits- und Lebenszeit zu werden.
In einer Kombination aus Vorträgen und Workshop sollen den Teilnehmenden Denkanstöße und Handlungsstrategien vermittelt werden, wie sich Aufgabenfelder jeweils individuell nach Projekt, Situation und Persönlichkeit gewichten lassen und wie Entscheidungen über nicht bearbeitbare Bereiche oder nicht zur Verfügung stehende Zeitfenster an Vorgesetzte und Kollegen vermittelt werden können.

Die Teilnahme ist kostenlos. Wir bitten um verbindliche Anmeldung bis zum 1. Mai 2016 an
Ann-Christine.Mecke@Staatstheater-Stuttgart.de

Wer später noch spontan kommen möchte, muss sich selbst um eine Steuerkarte für die Aufführung von Rigoletto kümmern.

Voraussichtlicher Ablauf
Samstag, 21.5.
13:00-14:00 Begrüßung, Einstiegsrunde
14:00-15:00 Prof. Dr. Martin Hautzinger (Klinischer Psychologe, Stuttgart/Tübingen) Vortrag und Diskussion zu Kreativität, ungesunden Denkmustern und Burnout Vermeidung.
Ca. 15:30-15:45 Impulsreferat Sergio Morabito (Chefdramaturg, Oper Stuttgart) Wie schafft man es, sich auf die Inhalte zu konzentrieren?
16:00-16:45 Harald Wolff (Dramaturg, Theater Aachen) Vortrag und Diskussion zu alternativen Arbeitszeitmodellen.
17:00-18:00 Christine Stein (Generalsekretärin der GDBA, Hamburg) Vortrag und Diskussion zum Thema Arbeitsrecht für Dramaturgen.
Ab 19:30 Besuch der Aufführung von Rigoletto

Sonntag, 22.5.
11:00-14:00 Diskussionsrunden und Gruppenarbeit.